Händler

Vor 200 Jahren versorgte der eigene Hof seine Bewohner mit Nahrung und Kleidung. Man musstenur sehr wenig anderswo kaufen. Seit dem Mittealter war der Handel den Städten vorbehalten. Brauchte ein Bauer Bauholz, Eisen für eine Pflugschar oder Salz, musste er sich selbst auf den langen Weg zur nächsten Stadt machen.

Trotzdem gab es schon immer Händler; auch auf dem Land. Man handelte viel auf Märkten. Hier traf man den Töpfer mit seinen „Jydepotter“ - den typischen schwarzen Tontöpfen - oder die so genannten „Skovlovringer“, die aus dem mittleren Jütland stammten und mit Holzschuhen und anderen Holzwaren handelten. Man traf die Leute von der Westküste, die Fisch verkauften, die Obst- und Hopfenverkäufer von der Insel Fünen, Kuchenbäckerinnen und sogar holsteinische Ochsenhändler. Ein Markttag war zugleich ein Festtag.

Die Händler zogen auch von Haus zu Haus. Bei diesen Hausierern konnte man Bänder, Schals, Nähzeug und Ähnliches bekommen. Die so genannten Wollwarenhausierer boten die Wollstoffe an, die sie auf den Schultern transportierten.

Um 1860 erhielten Händler die Erlaubnis, sich auch auf dem Land anzusiedeln; die so genannten Höker oder Krämer waren die ersten. Sie richteten Läden ein, in denen sie eine kleine Auswahl an Kolonialwaren anboten.

Als Folge der wachsenden Produktion auf den Bauernhöfen und des damit abnehmenden Fokus auf Selbstversorgung konnten sich auf dem Land Kaufmannsläden und Genossenschaften etablieren. Hier gab es alles von Kolonialwaren, Eisenwaren und Kleidung bis zu Tierfutter und Dünger.

Gleichzeitig begann man, auf dem Land Molkereienund Bäckereien zu bauen. Von hier fuhren manche übers Land, um Milch und Brot zu verkaufen.

Von 1920 bis 1960 wuchs die Zahl der Händlerauf dem Land. Trikotagenläden, Fahrradschlosser und Metzger etablierten sich in den größeren Dörfern und den Kleinstädten entlang der Bahnlinien.

Seit 1960 ist diese Entwicklung rückläufig und viele dieser Detailwarenhändler und Kaufleute sowie ihre Geschäfte sind heute wieder aus den dänischen Dörfern verschwunden.

Autor: Museumsinspektor M.A. Gudrun Gormsen

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